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Leitbild & Konzept

28. Januar 2009

Leitbild

“Es ist normal verschieden zu sein”
Ziel der Arbeit im Quax – Zentrum für Freizeit und kulturelle Bildung ist es, dieses Bewusstsein bei Münchener Kinder und Jugendlichen zu fördern. So wird Toleranz geübt und Integration gefördert. Wir arbeiten mit Methoden der Kulturpädagogik, Spielpädagogik, Erlebnispädagogik, und nach den Grundsätzen der kulturellen und politischen Bildung. Unser Angebot ist barrierefrei.

Konzept

Unter diesem Leitbild betreibt ECHO e.V. seit 2000 in der Messestadt Riem in München die größte regionale Kinder- und Jugendkultureinrichtung, namens Quax, Zentrum für Freizeit und kulturelle Bildung. Die inhaltliche Ausrichtung der Einrichtung lässt sich auf folgenden Bezugsfelder reduzieren:

1. Kulturpädagogik

Der moderne Begriff fasst Kulturpädagogik als Arbeitsfeldbeschreibung für ein außerschulisches Handlungsfeld zwischen Schule und Sozialarbeit auf und lässt sich beschreiben mit Hilfe von:

einem erweiterten Kulturbegriff – Soziokultur
Kultur ist zunächst einmal die konkrete Ausgestaltung von Lebensformen einzelner und deren Lebenswelten, die ein kulturelles Milieu bestimmen und somit nicht die Summe der einzelnen Künste, Kulturorte und Kultursparten.

einem erweiterten Bildungsbegriff – Bildung als Selbstbildung
Ästhetik, verstanden als Aisthetik, d.h. die philosophische Disziplin der sinnlichen Wahrnehmung im Gegensatz zur traditionellen Reduzierung auf den Begriff des „Schönen“. Ästhetische Bildung des Menschen lässt sich also beschreiben als Ausrüstung und Übung des Menschen in der Wahrnehmung.

2. Spielpädagogik im Sinn von Spielanimation

Diese kann man als aktive Öffnung und Belebung von Spielsituationen, als sinnlich ästhetisch wahrnehmbares Ereignis beschreiben, mit zwei Grundbezügen:

Dem Umweltbezug und dem Methodenbezug.
Der Umweltbezug zeigt sich in der Aufgabe, Raum, Zeit, Material und Partner zum Spielen zur VerfĂĽgung zu stellen.
Mit dem Methodenbezug ist das Wahrnehmen von Spielen als autonomem, aber auch vielseitigem themenorientierten Lern- und Erfahrungsprinzip gemeint, mit den daraus resultierenden Konsequenzen fĂĽr die praktische Umsetzung.

3. Erlebnispädagogik

Erlebnispädagogisch arbeiten heißt allgemein gesagt, alle Sinne ansprechen, Herz und Verstand, Leib und Seele in Bewegung bringen und vor allem Zurücktreten der pädagogischen Direktivität. Unter einem speziellen pädagogischen Aspekt geht es bei derlei Konzepten um die spezifische Bereitstellung von Lernbedingungen, die das Kind oder den Jugendlichen veranlassen könnten, sich selbst umzustellen und Hindernisse aus eigener Kraft zu überwinden.

4. Integrative Spiel- und Kulturpädagogik

Das Feld der integrativen Spiel- und Kulturpädagogik als Bezug, lässt sich als Destillat aus spiel- und kulturpädagogischer Praxis und Theorie, sowie Wissen und praktische Erfahrungen von Heil- und Sonderpädagogik beschreiben. Soziale Integration lässt sich fassen als Vervollständigung eines unvollständigen Ganzen. Wenn es um ein voneinander Lernen und miteinander Sein geht, erscheint der Begriff Inclusion (engl.= Einbeziehung): Dieser Begriff ergibt sich aus der Auffassung, dass eine Gesellschaft aus Individuen besteht, die sich alle mehr oder weniger unterscheiden.

Inclusion will die Veränderung bestehender Strukturen und Auffassungen dahingehend, dass die Unterschiedlichkeit der einzelnen Menschen die Normalität ist. „Einen Menschen integrieren heißt, ihn in seiner Existenz verbunden mit anderen Menschen Sinn und Erfüllung finden lassen“ (O. Speck). Um diesen Anspruch zu erfüllen, wird versucht, durch spannende inhaltliche Angebote gemeinsame Erfahrungsbereiche für Menschen verschiedener Kulturkreise mit und ohne Handicap zu schaffen, ohne das Thema Integration als zentralen Inhalt in den Mittelpunkt zu rücken.

5. Netzwerk Spiel und Lernen

Das konzeptionelle Ziel dieses Entwurfs ist es, Lernen wieder in Lebensumwelten zu integrieren, d.h. eine Landkarte der Lebens- und Lernerfahrungen zu erstellen und diese, soweit nötig durch pädagogische Initiative zu vervollständigen. Das Netzwerk besteht also aus offenen Situationen, die variabel in die Lebenswelt eingelagert sind und da und dort zu verschiedenen Zeiten fakultativ zur Verfügung stehen. Die Knoten eines Netzwerkes Spiel und Lernen in der Lebenswelt sind sozusagen Brückenköpfe zur Realität, Start- und Zielstationen für autonome Bildungsprozesse. Sie sind Anlässe, die die Asymmetrie zwischen Kindern und Erwachsenen ausgleichen helfen sollen, wenn es darum geht, dass sich Kinder, die sie umgebende Umwelt aneignen und in sie hineinwachsen sollen, kulturelle Bildungsarbeit zur Kompetenzstärkung und Schaffung von Chancengleichheit.

Ziel ist es einen ganztägigen Bildungsraum ergänzend zur und in Kooperation mit Schule zu schaffen mit einem Klima der Anerkennung und individuellen Förderung. Zum einen soll subjektorientiert Teilhabe an formalen Bildungsverläufen unterstützt werden, zum Anderen darüber hinaus gehende Schlüsselkompetenzen (z.B. Reflektionsfähigkeit, Urteilsvermögen, Flexibilität, Kreativität und Sozialverhalten) vermittelt und zum Zweck der Chancengleichheit dokumentiert werden.

6. Politische Bildung als Teil aktiver Lebensweltaneignung

Politische Bildung als zentrales Thema außerschulischer Kinder- und Jugendbildung beinhaltet eine politische Didaktik als „Vermittlung konstruktiver Beteiligung“ (Giesecke). Das bedeutet nicht nur die Vermittlung von Funktionswissen, sondern den Erwerb aktiver politischer Veränderungskompetenz. Diese umfasst:
konstruktive Konfliktkompetenzen im Sinne von Zivilcourage;
die Fähigkeit, Sachverhalte von Meinungen über Sachverhalte zu unterscheiden;
historische Grundbezüge zuordnen zu können.

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